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DIS&APPEARANCE
17.09.2005 - 06.11.2005
Fri-Art Centre d'art contemporain Kunsthalle
Petites-Rames 22
Case postale 582
CH - 1701 Fribourg
T: +41 (0)26 323 23 51 F: +41 (0)26 323 15 34
info@fri-art.ch
http://www.fri-art.ch
Di-Fr:
Sa-So:
Do Nocturne:
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14-18 Uhr
14-17 Uhr
18-20 Uhr
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Vernissage, 16. September 2005. Tanz mit Foofwa d’Imobilité und Musik/Klang von Gérald Zbinden ab 18 Uhr.
Die Animationen von "Dis&Appearance" bündeln die symbolische Kraft der Simulation und vermögen uns daher mit unwiderstehlichem Reiz in eine Welt zu entführen, in der Realität und Imagination auf subtile Weise neu erfunden werden. Diese Werke, virtuelle Reproduktionen der Wirklichkeit, beeinflussen die Realität und verfremden sie, womit diese schliesslich paradoxerweise präzisiert wird. Die Künstler von "Dis&appearance" bilden fantastische, absurde, intime, komische oder gewalttätige Welten nach. Diese sich unaufhörlich verändernden Welten, entsprungen aus dem Gedächtnis oder der Vorstellungskraft ihrer Autoren, enthüllen einige bisher unbeachtete Aspekte unserer Beziehung zur Welt. Fri-Art stellt etwa zehn neue Produktionen von Künstlerinnen und Künstlern aus und bietet so eine aussagekräftige Auswahl, die von der Lebendigkeit und der Kreativität der 2D- und 3D-Animation zeugt.
Die Animation scheint als künstlerische Ausdrucksform, die aus Zeichnungen abgeleitet ist, jedoch spontaner im Ausdruck _ ein geeignetes Mittel zu sein, um Fragen zur Wahrnehmung unseres Umfelds aufzuwerfen. Diese Wahrnehmung wird gezwungenermassen durch das empfindsame Erleben von Raum und Zeit bestimmt. So spielt "Until It Makes Sense" von MARIO GARCIA TORRES mit der Wahrnehmung und der Leseart einer unermüdlich wiederholten Aussage. Er fordert den Zuschauenden auf, nicht nur die Logik, sondern vor allem die Bewegungen und die Assoziationen zu hinterfragen, die das bewegte Bild einsetzen kann. "Looping", eines der wichtigsten Werke von JEAN-FRANÇOIS MORICEAU UND PETRA MRZYK, karikiert mit chirurgischer Präzision eine Welt, in der die grotesken und zugleich unglaublichen animierten Figuren und Gegenstände weit von der Realität entfernt sind: seltsame Tiere, eine hermaphroditische Tänzerin, zwei für immer im Koitus erstarrte Skelette, zwei Häuser in Form von Twin Towers, ein sich auflösendes Display eines Natels. DENIS SAVARY illustriert spontan und minimalistisch Szenen aus dem Alltagsleben. Der Künstler zeichnet alle Schritte bei der Entstehung der Bilder nach, indem er ihren Zustand zu einem Zeitpunkt T filmt, dann einen Teil auslöscht oder einen anderen beifügt. So ist jeder Schritt in der Entstehung eines Bildes provisorisch und das Video dient dazu, die unendliche Abfolge von Auslöschungen und Veränderungen zu zeigen. So wird der ungewisse Charakter des Werks betont und die Frage nach der Zeit gestellt. ZILLA LEUTENEGGER zeigt Umgebungen unseres modernen Lebens, reflektiert mit Ironie unsere menschliche Befindlichkeit sowie die Rolle der Frau zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Eine junge moderne Frau übt sich in ihrer Küche am Plattenteller. Als DJ mixt sie die Musik, indem sie Tonträger und Medien vermischt. EVA MARISALDI gelingt es mit ihrem Werk "Cornucopia", die Grenze zwischen Realität und Darstellung zu durchbrechen, indem sie die Achse der Entwicklungsgeschichte umkehrt: In ihrer Installation führt nicht die physische Realität zur Umsetzung der Animation, sondern die Animation selber bringt zufallsbedingte Formen zustande, die anschliessend materialisiert werden.
Neben der Realität und dem Alltag haben auch die Mythen und das Fantastische die Künstlerinnen und Künstler inspiriert. CORINNE SENTOU schafft imaginäre und symbolträchtige Figuren, die eine übernatürliche Dimension heraufbeschwören. Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle in ihren zarten und vom Prinzip der Symmetrie gelenkten Animationen. Bei SOPHIE TOULOUSE existieren ebenfalls Wechselwirkungen zwischen den Genres: Musik, Mode und Literatur sind zugleich visuelle und konzeptuelle Quellen für die Entwicklung ihrer fingierten "Nation Of Angela", einem Gelobten Land, das sein totalitäres Antlitz nicht versteckt. ANDREA HELLER hinterfragt das Bild und dessen Fülle; auf rätselhafte Weise erscheinen Hände und schaffen mit einem Fadenflechtwerk 2D- und 3D-Effekte und gestalten so ein sich selbst entfaltendes Netz.
Die Form als Bestandteil der Realität steht im Mittelpunkt des Werkes von HALUK AKAKÇE. Geometrische und organische 2D- und 3D-Formen vermischen sich in einer lyrischen Choreographie. Sie entfalten sich ins Unendliche, spielen mit Schatten und Licht, der Bewegung und seiner Unveränderlichkeit, dem Figurativen und dem Abstrakten… Wie das Werk "Grand Verre" von Marcel Duchamp sucht "Tomorrow is Another Day" von HALUK die vierte Dimension, die Zeit, zu erhaschen und ihr gleichzeitig zu entkommen; beide Werke gleichen einem Fenster, das einen Ausblick ins Unendliche bietet. Die Musik wurde zusammen mit Dan Donavan komponiert.
Didier Philipona gelingt es anhand seiner Bilder aus "Tête de train" eine mentale Reise zu skandieren, indem er eine Reihe von Dias zeigt und dabei den Rhythmus einer Bahnreise aufnimmt. "Children of Veins" von RYOKO AOKI UND ZON ITO lädt den Menschen durch die dem Trickfilm eigene Bewegung ein, die Wesen des Tierwelt und der Pflanzenwelt zu beobachten. In "Den Wald nicht sehen..." von PHILIPP GASSER geht es um eine Reise in einem mysteriösen Wald durch verschiedene Epochen. Lange Kamerafahrten von BENOÎT BROISAT führen uns durch imaginäre oder aus dem Gedächtnis rekonstruierte Städte. SIMON FAITHFULL zeichnet seine Notizen über Reisen in die städtischen Bezirke direkt auf seinen Palm. Daraus ergeben sich summarische und berührende Zeichnungen, eine Art impressionistische Landschaften aus dem digitalen Zeitalter. "La chute" von ALEXANDRA MAURER spielt mit den Worten und verleiht der Malerei einen neuen Status. LIONEL SABATTÉ erfindet eine kodifizierte Welt, in der die Deregulierung vorherrscht. "Süsser Wind im Gesicht" von YVES NETZHAMMER ist eine 3D Animation. Die Kraft der bildhaften Erzählung hinterfragt nicht nur das menschliche Dasein, sonder auch seine Natur, indem er dessen Universalität skizziert.
Die Installation von AURELIO KOPAINIG zeigt in einem Film eine Natur in voller Entfaltung, welche die Zeichnung ad infinitum zu reproduzieren versucht. Was virtuell ist und was real, ist hier nicht zu unterscheiden. SU-MEI TSE vereint Moderne und Tradition in Form eines ewigen Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergangs. Die natürlichen Zyklen und der Prozesscharakter der Zahlen stellen Verbindungen und Assoziationen zur Poesie her.
Unsere Welt versucht sich mit der Natur zu messen und sie letztlich nachzuahmen. DieTrugbilder der Kunst hinterfragen häufig deren Fähigkeit zur eigenen Erneuerung. Die interdisziplinäre Fähigkeit von Animationen, vor allem in Verbindung mit dem Kino, mit den Wissenschaften und dem Digitalen, verleiht dem Werk einen assoziativen Prozesscharakter, der damit dem menschlichen Gedächtnis ähnelt. Werden die Animationen durch ihr Gedankenspiel und ihre zügellose Phantasie genährt? Wenden sie sich der konkreten Welt zu, um so leichter einen Bezugspunkt zur Realität zu finden?
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"Carte Blanche" für Samuel und Frédéric Guillaume und Projektion einer ihrer Filme am 27. Oktober 2005 um 20.30 Uhr, danach Cocktail
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