
© 2010 ch-arts
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Gili Avissar, "Skirt Continous Project 5", 2009.
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Ausstellung
"The World is a Tissue of Lies/Weltfilter"
GILI AVISSAR, CHRISTIAN DUSS, MARCEL GLANZMANN, FRANK HESSE, SAGIT MEZAMER, PASCAL SCHWAIGHOFER, YANAI TOISTER, JONATHAN TOUITOU
Vernissage: 4. September, 19 Uhr
Die Ausstellung "The World is a Tissue of Lies/Weltfilter" nimmt sich der Thematik des Fingierens und Zitierens in der Kunst an.
Das Zitieren von Information, die Wiedergabe der Erkenntnisse anderer ist in der Kunst wie in der Wissenschaft als auch in der Alltagssprache nicht nur zweckdienlich, sondern grundlegend wichtig für die Herstellung kollektiven Wissens. Und wo zitiert wird, ist das Fingieren nicht weit. Die Welt ist ein Geflecht aus Lügen - oder oft nicht verifizierten oder verifizierbaren Fakten. Als Gegenmittel wenden wir Kritik an, ohne zu wissen, wann und ob diese Strategie erfolgreich ist. Edgar Allan Poes Aussage könnte folgendermaßen interpretiert werden: Es gibt keinen augenscheinlichen Unterschied zwischen dem, was wirklich ist und dem, was nicht wirklich ist, genauso wenig wie zwischen dem, was wahr und dem, was nicht wahr ist. Die Dinge um uns her können gleichzeitig beides sein, wahr und unwahr. Diese Behauptungen sind plausibel und gültig für die Erforschung der Wirklichkeit durch die Kunst. Denn die Sprache in der Kunst bleibt eine spezifisch vieldeutige Angelegenheit, Treibsand oder Trampolin, ein gefrorener Teich, auf dem die/der Künstler/in sowie die Betrachter/innen jederzeit einbrechen können - oder eben Weltfilter. Die Wahrheit ist also weniger etwas, das wir erkennen, als etwas, das wir stetig suchen müssen.
Mit dieser Einsicht spielen die Künstler und Künstlerinnen aus der Schweiz und Israel in dieser Ausstellung in ganz unterschiedlicher Weise. Mal mit einem Zitat, das aus dem Kontext gelöst eine neue Materialität erfährt; mal sehen wir das Resultat genauer Recherche, das dennoch fiktiv anmutet. Mal glauben wir zu wissen, was wir sehen und könnten falscher nicht liegen; mal werden kulturelle Wissensfetzen so zusammen verwebt, dass wir selber zu Detektiven werden wollen. Mal überwiegt der Humor, mal die Ironie, dann wieder das Spiel mit der Fantasie, das uns lehrt, es zu genießen, der Wahrheit noch einmal entkommen zu sein.
"Es ist anzumerken, dass die im Ausstellungstitel zitierte Aussage von 1834 von einem Kalifornischen Autoren in einem Vortrag im Dada-Haus Zürich vor drei Jahren dem amerikanischen Poeten Edgar Allan Poe zugeschrieben worden ist, ohne dass diese Angabe in der Zwischenzeit objektiv hätte bestätigt werden können".
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