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 NEWS   10.03.2012

 

ANSELM STALDER
"GLIMMENDE PERIPHERIE"

10.03.2012 - 03.06.2012

Kunstmuseum Solothurn
Werkhofstrasse 30
CH-4500 Solothurn

T: +41 32 624 40 00
kunstmuseum@solothurn.ch
http://www.kunstmuseum-so.ch

di-fr
sa-so
11h-17h
10h-17h


Anselm Stander, "Der kleine Pavillon,
noch ohne Dach (mit Nullen und Einsen)", 2011/2012
Im Besitz des Künstlers. Foto: Christoph Kern, Basel


AUSSTELLUNG

Anselm Stalder: "Glimmende Peripherie"

Eröffnung: 10.03.2012 um 17h

Künstlergespräch: 28.03.2012 um 19h
Anselm Stalder im Gespräch mit Hans Rudolf Reust, Kunstkritiker
Moderation: Christoph Vögele

"Der Südfusskomplex": 26.04.2012 um 19h
Anselm Stalders Solothurner "Kunst und Bau"-Arbeit
Der Künstler im Gespräch mit Peter Jeker, pens. Zeichnungslehrer


Im Umkreis der neuen Figuration der achtziger Jahre hat Anselm Stalder früh nationale und internationale Anerkennung erlangt. Wichtige Stationen der Rezeption seines Schaffens waren die Präsentation im Schweizer Pavillon der Biennale Venedig (1984) sowie eine Reihe von Einzelausstellungen, u.a. im Kunstmuseum Basel (1982), im Kunsthaus Zürich (1982 und 1992), im Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg (1985) sowie in der Kunsthalle Basel (1988 und 2003). Im Unterschied zu den expressiven Tendenzen der achtziger Jahre überwog bei Anselm Stalder jedoch stets das Moment der Reflexion. Formaler Ausdruck seines dialektischen Denkens ist bis heute eine auffallende Breite stilistischer und medialer Zugänge, mit denen er seine konsequent behandelten Themen angeht. Sein formal schlichtes, doch inhaltlich sehr dichtes Werk kreist um Fragen von Körper und Raum, Wahrnehmung und Sprache.

Mit seiner Ausstellung "Glimmende Peripherie" im Kunstmuseum Solothurn ermöglicht Anselm Stalder nach rund zehn Jahren einen erneuten Einblick in sein Schaffen. Neben erstmals ausgestellten Werken präsentiert er in einer inhaltlich und räumlich exakt abgestimmten Auswahl auch ältere Arbeiten der letzten zwanzig Jahre. Zur Wahl des Titels schreibt der Künstler im Ausstellungskonzept: "Der Titel "Glimmende Peripherie" könnte als oberflächlicher Reflex auf aktuelle politische Ereignisse missverstanden werden, hat aber mehr mit der permanenten Latenz des Umschlagens von Ereignissen in Unerwartetes zu tun. Selbstverständlich gehören da politische Verhältnisse mit dazu, aber immer unter der Prämisse eigener Erfahrung, die den Hintergrund für mein künstlerisches Handeln bildet."

Stalders "Interesse für eine multiple Kontextfähigkeit von bestehenden Werken" kommt etwa in der Präsentation seiner vielteiligen, in Solothurn umfassend gezeigten Werkgruppe "As if" (ab 2000) zum Ausdruck. Ihr sprechender, eine Vergleichsform benennender Titel unterstreicht zum einen die metaphorische Beziehung zwischen Kunst und Welt, zum andern das Zweifelhafte von Behauptungen und Annahmen. Die in den Nordsälen ausgebreiteten Werke bilden gleichsam ein "Museum im Museum".

Ganz allgemein wird das Museum zum Thema, sowohl in seiner Funktion als Ort des Ausstellens und Vermittelns wie auch als spezifische, historisch geprägte Architektur und Ausstattung. Eine neue Werkgruppe von Körpern, die sich paarweise durchdringen, geht von den beiden Kopien nach Michelangelos "Sklaven" aus, die den Treppenaufgang im Foyer flankieren. Die Körper sind leitmotivisch auf die Südsäle verteilt und bestehen aus grossen offenen Kisten. Mit einer Seitenlänge von rund zwei Metern sind sie der menschlichen Grösse angepasst. Zum einen mögen sie für den Menschen selbst, seine Gebärden oder Begegnungen stehen, zum andern könnten sie ihn als passgenau geschnittene Behälter aufnehmen. Leere und Inhalt, der (Zeit-)Raum und seine Grenzen sind in Stalders Glimmender Peripherie mit Bedacht aufeinander bezogen. Mit seinen Körpern knüpft der Künstler an frühere Skulpturen an, mit denen er sich der ältesten Aufgabe der Bildhauerei stellt und nach neuen Formen des dreidimensionalen Menschenbildes sucht. Gerne überschreitet er jedoch die Gattungsgrenzen, öffnet mit der Verspiegelung von Flächen illusionistische Räume oder verbindet Zwei- und Dreidimensionales.

Die Ausstellung erstreckt sich über sämtliche Parterre-Räume und bezieht auch das Foyer ein. Sie wird begleitet von einem reich bebilderten Katalogbuch (edition fink, Zürich).






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