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STELLA CAPES
CHRISTINA HEMAUER &
ROMAN KELLER
31.03.2007 - 03.06.2007
Fri-Art - Fribourg
Centre d'art contemporain Kunsthalle
Petites-Rames 22
Case postale 582
CH - 1701 Fribourg
T: +41 26 323 23 51 F: +41 26 323 15 34
info@fri-art.ch
http://www.fri-art.ch
Di/Fr:
Do:
Sa/So:
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14-18 Uhr
14-20 Uhr
14-17 Uhr
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Vernissage, 30. März ab 18.30 Uhr
Performance mit Arthur Bowler um 19.30 Uhr
Die Künstler dieser Ausstellung fordern den Zuschauer, indem sie ihm eine existenzielle und auf ihre Weise engagierte Botschaft übermitteln. Sie scheinen Werke gegen die Demenz einer Welt zu inszenieren, in der sich die Menschheit verliert, sich vergisst und hohnvoll zugrunde geht.
Bereits während den Recherchen für einen Anlass im Kunsthof Zürich, bei dem CHRISTINA HEMAUER (*1973) und ROMAN KELLER (*1969) letztes Jahr den "Postpetrolismus" einläuteten, stiessen sie auf die Geschichte einer Solaranlage, die Jimmy Carter 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess. Mit der Hinterfragung der in den 70er Jahren aufkommenden Energie-Debatte und deren Wurzeln erforschen die Künstler universelle Themen der Gesellschaft, wie das kollektive Gedächtnis und das Verhalten in sozialen Dilemma-Situationen.
Bei Christina Hemauer und Roman Keller dreht sich alles um die Solaranlage, die Jimmy Carter im Jahr 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess. Ihre Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Saal wird zwischen Realität und Fiktion das kollektive Erinnerungsvermögen hinterfragt. Einerseits wird die Einweihungs-Rede der Solar-Anlage von 1979 nacherzählt - an der Vernissage im Fri-Art mit Hilfe eines Schauspielers reinszeniert - andererseits werden seine Worte wiederum so in Frage gestellt, dass die Zuschauer Stellung beziehen müssen. Im zweiten Saal erzählen die Künstler von einer Reise, auf der sie die im Bundesstaat Maine weggesperrten Sonnenkollektoren zur Carter-Stiftung in Atlanta in Georgia transportieren. Sie schaffen eine Brücke zwischen dem Unity College und der Carter-Stiftung und konfrontieren so die Aktualität mit der Vergangenheit - sie verbinden Bildung und Soziales mit Kulturellem. Auf der Reise treffen die Künstler Wissenschaftler und Ingenieure, sowie Jimmy Carter. Sie geben der Vorahnung des ehemaligen Präsidenten Gestalt, indem sie die Solar-Paneele in einen Kunstraum zu einem "Museum Piece" transformieren. Damit verwandeln sich die Worte Carters auf ihre Weise in ein Werk, als Ergebnis der Reflexionsarbeit der Künstler. Mit einer epischen Tonalität scheint dieses Werk nicht nur nahe und ferne Gegenden zu durchqueren, sondern auch die Geschichte der letzten drei Jahrzehnte.
Im ersten Stockwerk präsentiert die englische Künstlerin STELLA CAPES (*1978) in der Kunsthalle Freiburg ihre erste eigene Ausstellung in der Schweiz. Die Künstlerin diversifiziert mit Vorliebe die Sprachen, indem sie sowohl Videos, Installationen als auch Performances realisiert. Ein mit Humor und zugleich mit Melancholie durchzogener roter Faden scheint eine Verbindung zwischen diesen Werken zu knüpfen. Dieses Gefühl entsteht beispielsweise auch bei den Werken "The Performance" und "The Great Darkness", welche Individuen darstellen, die sich einer unrealistischen Aufgabe gegenüber stehen und daher zum Scheitern verurteilt sind. Stella Capes gelingt es, diesen Humor in den Dienst eines stets verschobenen Pessimismus zu stellen. Der Zuschauer wartet vergeblich auf die Erfüllung dieser Aufgaben, wodurch der pathetische Aspekt der Bemühungen der Protagonisten unterstrichen wird. Wie in den Videos von Bruce Naumann wird der burleske Charakter einer Situation durch die Wiederholung einer Aktion noch gesteigert und löst so beim Zuschauer Unbehagen aus. Die Werke von Stella Capes setzen gleichzeitig einen melancholischen Humor frei und verunsichern - wie die Theaterstücke von Samuel Beckett oder Harold Pinter - und heben die Verletzlichkeit des Einzelnen hervor. In "From Ravenser Odd" geht es um die Verwundbarkeit des Individuums angesichts einer vergänglichen Natur, die durch ein Stück Erde dargestellt wird, dessen Lebenszyklus kaum mehr als 250 Jahre beträgt. Die Werke von Stella Capes lassen aber auch Hoffnung und Weitsicht durchschimmern.
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Führungen: Donnerstag, 5. April um 19 Uhr, auf Vereinbarung
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