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 NEWS   02.03.2007

 

FIGURATIVE

02.03.2007 - 31.03.2007

station21 - Zurich
Plattform für Junge Kunst
Stationsstrasse 21
ecke Zentralstrasse
CH - 8003 Zürich

info@station21.ch
http://www.station21.ch

Di-Fr:
Sa:
17-19Uhr
16-19Uhr


Luciano Evarchi, "John2",
Öl auf Leinwand


Eine Ausstellung von ERCAN, LUCIANO EVARCHI, PAOLA LATERZA, ADRIANO MONEGHETTI, GIAMPAOLO RUSSO, CARMELO VIOLI, ALEX ZWALEN

Vernissage: Freitag 2. März 2007, 19 Uhr
19.30 Uhr "turbös", performance von akarus milbus vonduvall


Ursprung dieser Ausstellung ist der Erfahrungsaustausch zwischen sieben KünstlerInnen aus Mailand und Zürich, die sich der figurativen Malerei verschrieben haben. Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage, ob und in welcher Form sich die jeweiligen Ansätze unterscheiden. Die Italiener stammen aus einem Land mit einer jahrhunderte alten Tradition der Malerei und wurden an der Mailänder Accademia di Belle Arti di Brera, ihrerseits eine traditionsträchtige Institution, ausgebildet. Im Gegensatz zu ihnen, haben sich die Zürcher ERCAN und ALEX ZWALEN die Malerei auf hauptsächlich autodidaktischem Wege angeeignet. Giampaolo Russo arbeitet nach dem Besuch der Mailänder Kunstakademie nun wieder in Zürich. Mit Ausnahme von zwei Künstlern zeigt die Gruppe junger Mailänder ihre Werke zum ersten Mal dem Schweizer Publikum.

GIAMPAOLO RUSSO Bilder entstehen in langen Sitzungen. Seine Gemälde baut er sorgfältig auf und verwendet viel Zeit auf die Auseinandersetzung mit den Einzelheiten, wie den Farben oder dem Licht. Seine aktuelle Arbeit kreist um den Versuch, die Stimmung, die herrscht, wenn er aus dem Atelierfenster blickt, als Gemälde festzuhalten. Hier kommt die Notwendigkeit der Malerei, die sie für Russo besitzt, zum Ausdruck: immer wieder übermalt er seine Kompositionen, so dass die ursprünglichen Motive oder Landschaftsausschnitte teils nur mehr schwierig zu erkennen sind, und seine Bilder eine geheimnisvolle Atmosphäre taucht.

ADRIANO MONEGHETTI bildet mit seiner Serie von zwölf Radierungen und Skizzen die Ausnahme - oder auch nicht: anhand von Skizzen fixiert er die menschliche Figur und studiert anhand weniger Striche ihre Charakteristik. Seit Beginn der Kunstakademien bildet das Zeichnen einen entscheidenden Teil im pädagogischen Programm, besonders an italienischen Institutionen, und dient der Vorbereitung zu einem Gemälde. Indem Moneghetti seine Arbeiten dem Publikum zeigt, verleiht er ihnen den Wert eines autonomen Werkes.

Zentral in LUCIANO EVARCHI Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Gesicht. Hierfür greift er auf streng angelegte linguistische Mittel zurück: das beinahe quadratische Format der Leinwand, das Portrait als Brustbild und der monochrome Hintergrund. Mit wenigen Linien hält er die Charakteristiken eines Gesichtes fest. Sein Interesse ist es, durch den Prozess des Malens der jeweiligen Persönlichkeit nachzuspüren. Seine Modelle findet er im Familien- oder Bekanntenkreis oder er verwendet als Vorlage Fotografien von berühmten Personen.

CARMELO VIOLI findet seine Motive und Situationen scheinbar zufällig in der Wohnung vor: die halb offene Badezimmertür, eine alte Schreibmaschine oder Dosen und Schachteln. Malerei ist für Violi die natürlichste Art und Weise, gewisse Aspekte der Realität zu erkunden: die Beschaffenheit eines Materials, die Form eines Gegenstandes, der Eindruck eines unaufgeräumten Zimmers oder die Atmosphäre die entsteht, wenn das Sonnenlicht einen Raum durchflutet. Er trägt die Farben Schicht für Schicht auf der Leinwand auf, wodurch sich die jeweilige Tonalität verändert. Mit hellen Farbstrichen akzentuiert er schliesslich einzelne Details, gibt Objekten eine Form.

PAOLA LATERZA jüngste Arbeiten drehen sich um die Faszination, mit der Malerei als präzise Ereignisse in ihrem Leben festzuhalten. Wie in einem Comicstrip unterteilt sie die Leinwand in mehrere kleine Flächen. Das Ereignis kann so von verschiedenen Blickwinkeln her erzählt werden. Die verschiedenen Eindrücke werden so vervielfältigt und eine zeitliche Dauer dargestellt: die ersten sechzig Minuten am Morgen früh oder fünfzehn Minuten eines Sommergewitters. Was Laterza zur Malerei zwingt, ist das Interesse am Entstehungsprozess eines Gemäldes, von der Idee bis zum fertigen Produkt.

Text: Chiara Argentini, Kunsthistorikerin






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