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HERVÉ GRAUMANN
01.04.2007 - 20.05.2007
CentrePasquArt - Bienne
Kunsthaus Centre d’art
Seevorstadt 71-75
Faubourg du Lac
CH - 2502 Biel / Bienne
T: +41 32 322 55 86 F: +41 32 322 61 81
info@pasquart.ch
http://www.pasquart.ch
Mi-Fr:
Sa-So:
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14-18 Uhr
11-18 Uhr
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Vernissage: Samstag 31. März 2007, 17 Uhr
Anlässlich seiner Einzelausstellung zeigt Hervé Graumann neue Arbeiten, die seine aktuelle, künstlerische Beschäftigung repräsentieren und eigens für die Räume des CentrePasquArt realisiert wurden. Die drei Ausstellungsräume im Neubau bespielt er mit 3D-Animationsfilmen: Grossformatig direkt auf die Wand projiziert, zeigen sie einen virtuellen Parcours ins Innere der oftmals fremd anmutenden, manchmal traumwandlerischen aber stets irrealen Datenlandschaften. In den Räumen des Altbaus konzipiert der Künstler neue "Patterns": ausgedehnte, von Hand arrangierte Installationen aus Industrieartikeln, die sich in kleinen Modulen angelegt identisch im Raum wiederholen. Zugleich präsentiert er drei monumentale Fotografien der "Patterns". Diese wurden 2006 für die Internationale Biennale Kairo realisiert, an der Hervé Graumann die Schweiz offiziell vertrat.
Seit den ausgehenden 1980-er Jahren entwickelt sich Hervé Graumanns Werk parallel zur computerisierten Datentechnologie. Der Künstler befragt, kritisiert, verdreht und amüsiert sich über die Mittel, das formale Vokabular und die spezifische Logik dieser modernen Technik. 1993 erfindet er die Figur des Raoul Pictor, ein virtueller Maler, der nichts anderes ist als ein Informatikprogramm, das konzipiert wurde, um Bilder in die Unendlichkeit zu reproduzieren (Raoul Pictor sucht seinen Stil…). Neben der Realisation von Animationsfilmen sowie Internetprojekten (www.graumann.net und www.raulpictor.com) erstellt Hervé Grauman auch plastische Analogien zu seinem virtuellen Universum: Hierbei wendet er beispielsweise die Prinzipien einer Mustersammlung, einem "Sampling" an, indem er Alltagsgegenstände rastert, durchnummeriert, in kleine Vierecke schneidet und diese daraufhin sorgfältig so zusammenklebt, dass das originale Objekt auseinander genommen, und sich zu einem veränderten, abstrakten Bild gemäss seiner Nummerierung verwandelt. Als eine weitere Spielart der der geläufigen Technik von kopieren und kleben reproduziert er seit 2003 von Hand arrangierte, industrielle Objekte in Modulen, um unter dem Titel "Patterns" grossflächige Kompositionen in Form von Installationen, Skulpturen oder Fotografien anzufertigen.
Anlässlich seiner Ausstellung im CentrePasquArt konzipiert Hervé Graumann Patterns für die Räume im ersten Stock des Kunsthauses (Parkett 1). In diesen "elektronischen Stillleben" sind die Objekte nach Kriterien des Gleichgewichts, der Form oder der Farbe in kleinen Modulen arrangiert, die sich identisch in Dutzenden von Exemplaren reproduzieren. Die Plastikbecher, Strohhalme, CDs, Abwaschbürsten, Wäscheklammern, Badezimmermatten oder Essstäbchen verlieren ihre ursprüngliche Funktion, um sich als repetitives Element einzugliedern und dem gesamten Bild wie in einer musikalischen Komposition einen Rhythmus und eine Textur zu verleihen.
Der Künstler hat ausserdem drei fotografische Versionen der "Patterns" ausgewählt. Dieser wurden 2006 für die Internationale Biennale Kairo realisiert, an der Hervé Graumann die Schweiz offiziell vertrat. Ihre Titel "Crazy Horses Pattern", "e-Still Life" oder "Oriental Carpet" unterstreichen die unterschiedlichen Assoziationen, welche die inkongruenten Zusammenstellungen hervorrufen können. Von barocken Vanitas-Darstellungen zu surrealistischen Collagen und Pop Appropriationen ziehen die "Patterns" in einer einzigartigen Weise durch die Geschichte der Kunst und thematisieren dabei aktuelle Fragen, beispielsweise nach dem Original, der Kopie, ja gar dem Klonen.
Hervé Graumann bespielt die drei grossen Ausstellungsräume des neuen Gebäudes (Galeries) mit einer Serie von "Video-Skulpturen", mit dem Titel "EZmodels" (zu lesen als "easy models"). Es handelt sich dabei um 3D-Videoanimationen, die ausgehend von einem fotografischen Bild am Computer generiert wurden. Diese Filme von einigen Minuten Länge werden direkt auf die Wände projiziert und laden die Betrachtenden dazu ein, virtuell ins Innere dieser Datenlandschaften einzutauchen. Während sich die Bilder im Laufe der Zeit entwickeln, erweisen sich die Basisinformationen der Ausgangsfotografie als nicht mehr ausreichend. So findet man sich in einem Raum wieder, in dem Farbschattierungen die Leerstellen füllen, Pixel geometrische Muster gestalten oder die Objekte frei die Grösse wechseln. Diese visuellen Verzerrungen verleihen den Landschaften zugleich einen realen wie auch irrealen Charakter. Die projizierten Szenen im ersten Raum versammeln Ansichten von Portalen und Zäunen. Sie erörtern die Fragen nach Begrenzungen, Durchgängen, Übergängen und Übertretungen. Der zweite Raum zeigt Video-Sequenzen, die sich paarweise gegenüber stehen, sich wie in einem visuellen Duell kontrastieren oder miteinander kommunizieren. Ein Tryptichon im dritten Raum entwickelt sich im Inneren eines einzigen Bildes entlang dreier verschiedener Parcours. Da die drei Sequenzen nicht von gleicher Dauer sind, entsteht bei der unendlichen Erneuerung des Panoramas natürlicherweise eine zeitliche Verschiebung.
Auf welche Technik Hervé Graumann auch immer zurückgreift, seine Werke offenbaren, wie die Datentechnologie unsere Beziehung zur Welt verändert hat - insbesondere in ihrer formalen und konzeptuellen Repräsentation.
Caroline Nicod
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Begegnung mit den KünstlerInnen: Sonntag 06 05 2007, 11h-13h (mit Isabelle Krieg)
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